Nachhaltig im Hinterland of Things 2020

Vergangenen Donnerstag besuchte droxIT Geschäftsführer Markus Baumgärtner neben 1300 anderen die Start-Up Konferenz Hinterland of Things. Hier seine Eindrücke!

Außergewöhnliche Organisation

Bereits bei der Ankunft fiel mir die gute Organisation der Hinterland of Things auf. Die schöne Backsteinhalle war gut strukturiert und Bereiche klar abgegrenzt. Während sich auf drei Hauptbühnen das Programm abspielte, boten zahlreiche Sitzgruppen Platz für Gespräche und Austausch. Die vielen Ansprechpartner auf dem Gelände sowie ein Informationszentrum garantierten eine schnelle Hilfe bei sämtlichen Fragen. Hervorzuheben ist auch die gute Verpflegung. Hier schlug sich auch das Leitthema der Konferenz `Nachhaltigkeit‘ deutlich nieder. Alle Gerichte wurden von regionalen Unternehmen bezogen und statt Plastikgeschirr wurde auf recyclebare Alternativen gesetzt.

Um meine Zeit auf der Konferenz optimal zu nutzen und keine Veranstaltung zu verpassen, nutzte ich die App Talque. Hier konnte nicht nur ein individueller Zeitplan erstellt, sondern auch andere Besucher kontaktiert werden. Einige persönliche Treffen ließen sich so schnell und unkompliziert vereinbaren. Schade, dass nur ein Teil der Besucher die App genutzt hat. Ich jedenfalls habe die App intensiv genutzt und empfand sie als große Hilfe.

Problem erkannt – Problem gebannt!

Spaß machten mir die ausstellenden und pitchenden Start-Ups. Es gab viele sehr spezifische Lösungsansätze für den B2B-Bereich, mit einer klaren Positionierung auf ein bestimmtes Kundensegment. Der Innovationskraft vieler Lösungen tat das jedoch keinen Abbruch. Es ist schön zu sehen, dass dieser Weg auch von anderen eingeschlagen wird und es gefiel mir gut, wie begeistert die Gründer hinter ihren Produkten stehen. Mit Bao Solutions und Evermood seien hier nur zwei stellvertretend genannt. Sehr spannend war der Pitching-Wettbewerb, bei dem ausgewählten Start-Ups die Möglichkeit hatten, ihre innovativen Ansätze vorzustellen. Letztlich konnte sich Peregrine Technologies vor outsmart.ai und JonnyGit den ersten Platz sichern. Mit ihrer intelligenten Softwarelösung möchte das Unternehmen die Unfallgefahr im Straßenverkehr minimieren.

Vorreiter Ostwestfalen

Im Vergleich zu anderen Start-Up Events bietet die Hinterland of Things deutlich mehr Raum für intensiven Austausch mit anderen Gründern. Selbstverständlich sind auch die trockenen Gründungsgrundlagen, die bei anderen Konferenzen oftmals im Vordergrund stehen, relevant. Doch direkte Gespräche mit anderen Gründern liefern erfahrungsgemäß mehr neue Impulse. Ich als Gründer habe bereits häufig von den Erfahrungen anderer profitiert und konnte selbst den ein oder anderen Tipp an Neugründer weitergeben.

Die Konferenz richtet sich zwar vorrangig an regionale Unternehmen, hat aber dennoch eine überregionale Relevanz. Die Verbindung von lokalen Firmen und internationalen Speakern kann helfen, die regionale Wirtschaft zu stärken. Damit nimmt die Konferenz in Deutschland bisher eine Sonderstellung ein, denn vergleichbare Veranstaltungen finden sich kaum. Dabei wäre das Konzept für jede Region eine Bereicherung. Ein Event wie die Hinterland of Things suche ich im Rhein-Main-Gebiet seit Jahren – leider ohne Erfolg.

Spannende Talks

Die Hinterland of Things bot einige spannende Talks, Masterclasses und Podiumsdiskussionen. Besonders inspirierend war der Talk „Deep Tech Startups on the Rise” mit Vertretern von Celonis, MerantixLabs und Next Big Thing AG. Die Gründer sind sich einig, Data ist das „neue Öl.“ Doch das Potential kann nur ausschöpfen, wer ein Problem findet, das es wert ist, gelöst zu werden. Weiterhin seien ein leichter Kapitalzugang sowie qualifizierte Mitarbeiter entscheidend. Das konnten wir selbst bei unserer Gründung erleben.

In der Slack Masterclass präsentierte Lead Solutions Engineer Chris Clark eine von Slack und GlobalWebIndex durchgeführte Umfrage. Ein wenig überraschendes Ergebnis: Mitarbeiter vergeuden etwa 130 Stunden im Jahr damit, zwischen verschiedenen Kommunikations-Apps hin und her zu wechseln. Darüber hinaus werden nur rund 27% der Wochenarbeitszeit mit der eigentlichen Arbeit verbracht während etwa 60% für die „Arbeit um die Arbeit herum“ draufgehen. Insgesamt ist der Trend eindeutig: Apps gewinnen im Arbeitsalltag weiter an Bedeutung. 81% der Befragten gaben an, mehr Apps als noch vor fünf Jahren zu nutzen und 73% gehen davon aus, dass die Nutzungszahl weiter steigen wird. Auch wir haben die Erfahrung gemacht, dass eine schnelle Kommunikation die Mitarbeiter entlastet und vor allem hilft, den Überblick zu behalten.

Insgesamt kann ich die Konferenz nur empfehlen. Die Angebote waren vielfältig und die Themenfelder breit gefächert. Durch die außergewöhnlich gute Organisation sowie das gesamte Konzept hebt sich die Hinterland of Things von anderen Veranstaltungen ab. Ich konnte viele neue Denkanstöße und innovative Ansätze mitnehmen und bin motiviert, diese mit meinem Team umzusetzen! Ich würde mich freuen 2021 wieder mit dabei zu sein!

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