Jahresempfang der Wirtschaft

Was hält das nächste Jahrzehnt für die deutsche Wirtschaft bereit? Das diskutierten Vertreter aus Politik und Wirtschaft beim diesjährigen Jahresempfang der Wirtschaft in Mainz.

Klimaneutralität nur durch Dialog zwischen Politik und Wirtschaft

Am 13. Januar nahm unser Sales Manager Philipp Schollmayer im dritten Jahr infolge am von der IHK Rheinhessen organisierten Jahresempfang der Wirtschaft teil. Bereits zum 21. Mal fand Deutschlands größter Neujahrsempfang der regionalen Wirtschaft statt. Die 14 beteiligten Kammern repräsentieren über 100.000 Unternehmen mit mehr als 450.000 Beschäftigten. Sie bilden damit eine breitgefächerte Interessensvertretung des Mittelstandes und agieren als Ansprechpartner von Politik und Wirtschaft.

In der Eröffnungsrede plädiert Präsident der Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen, Dr. Engelbert J. Günster für mehr Technologieneutralität in der Klimapolitik. Dabei sei es entscheidend, eine nachhaltige Verbesserung des Klimas zu erzielen, ohne die Entwicklungsperspektiven der Wirtschaft einzuschränken. Nur mit modernen, innovativen Technologien könnte Deutschland die EU-weit angestrebte Klimaneutralität bis 2050 erreichen. Das stelle Deutschland allerdings vor enorme Herausforderungen. Er erläuterte weiterhin, dass die damit einhergehende Umstellung der Autobauer auf Elektromobilität zu massivem Stellenabbau einhergehe und zu Unsicherheiten hoch qualifizierter Mitarbeiter führe. Günster mahnte: „Es wird jetzt entscheidend sein, dass Politik und Wirtschaft ihren Dialog noch intensiver führen, aber offen für synergistische technologische Lösungen und ausgewogene ganzheitliche Herangehensweisen.“

Digitalisierung betrifft alle Branchen

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer stand den Kammern Rede und Antwort für relevante Themen im Jahr 2020. Unter anderem sprachen sie über den Fachkräftemangel im Gesundheitswesen, den Dreyer mit höheren Löhnen und mehr gesellschaftlicher Anerkennung entgegentreten möchte. Pflegeroboter jedoch können keine ganzheitliche Lösung sein, da sie Fachkräfte nicht ersetzen können. Aus unserer Sicht kann der Einsatz von künstlicher Intelligenz die Pflege unterstützen, wenn Sie beispielsweise in der Prävention und Früherkennung eingesetzt wird. Die Diskussion über den Aufschwung neuer Legal Tech Unternehmen zeigte deutlich, dass eine gute Digitalisierungsstrategie für jede Branche unabdinglich ist und zunehmend an Relevanz gewinnt. Alle Wirtschaftsbereiche müssen sich an die zukünftigen Marktgegebenheiten anpassen zu können, um konkurrenzfähig zu bleiben. Dabei sind optimierte Arbeitsprozesse und Automatisierung entscheidend und können nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch Kosten und Arbeitszeit einsparen. Manchmal entstehen auf diese Weise sogar neue Geschäftsmodelle.

Investieren in die Zukunft

Nach über einem Jahrzehnt der Hochkonjunktur befindet sich Deutschland nun in einer Phase der wirtschaftlichen Unsicherheit, erklärte Ehrengast und FDP-Vorsitzender Christian Lindner. Die aktuell starke Konjunktur sei auf Sonderbedingungen wie die sogenannten Baby-Boomer, dem künstlich niedrigen Außenwert des Euro und Technologieexporte zurückzuführen. Es gebe jedoch keine Garantie, dass es so weiter geht. Weiterhin plädierte er dafür, nicht starr auf der „schwarzen Null“ zu beharren. Vielmehr solle die Nutzung öffentlicher Investitionen besser überprüft und geplant werden. Dr. Günster äußerte sich ähnlich: „Es liegt nicht an zu wenig Geld, es muss nur abgerufen und zur Arbeit gebracht werden. Die Politik muss, wenn sie wirklich mehr Mittel für öffentliche Investitionen mobilisieren möchte, Vergabeprozesse optimieren, Anliegerwiderstände einhegen und die öffentlichen Budgets gegen die Sozialpolitiker verteidigen.“ Nur so könne Deutschland den Wohlstand kommender Generationen sichern.

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